Männer-Club

Na dann, nix wie ran an den Herd…

// Maria Pichler //
Tourismus: Die Männer stellen die Weichen, die Frauen bewirten die Gäste © LPA



Wer sich in Südtirols Tourismusbranche umschaut, wird bald merken: Ohne Frauen läuft da schon rein gar nix. Ob im Service, in der Zimmerreinigung, an der Rezeption oder in der Küche, so sind es zu einem großen Teil (ausländische) Frauen, die tagtäglich dafür sorgen, dass die Gäste in unserem schönen Land unbeschwerte Urlaubstage verbringen können. Wenn es aber darum geht, die Weichen für die Zukunft des Südtiroler Tourismus zu stellen, dann sind „die fleißigen Bienchen“ in unseren Tourismusbetrieben plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Vermutlich reinigen sie gerade die letzten Zimmer, decken die Mittagstische ein oder drehen die Speckknödel, während die Herren Präsidenten und Vorstände in der Handelskammer in Bozen den Ergebnissen einer Klausur zu einer effizienteren Zusammenarbeit und klareren Aufgabenteilung zwischen den verschiedenen Tourismusorganisationen in Südtirol lauschen. Na dann, nix wie ran an den Herd, sonst wird das nichts mit den zufriedenen Gästen, die immer wieder gerne wiederkommen.

Editorial

Rollen - Ruoli

Sie prägen unsere Entwicklung, unser Verhalten, unsere Lebensentwürfe: Rollenbilder. Was aber, wenn wir gesellschaftlichen Erwartungen nicht entsprechen, traditionelle Muster überwinden, aus der Rolle fallen? In dieser ëres-Ausgabe zeigen wir Menschen, die vermeintlich ungewöhnliche Rollen innehaben, die ungeachtet aller konventionellen Maßstäbe ihren eigenen Weg gehen, die Schranken durchbrechen, Zuschreibungen hinter sich lassen und „ihr Ding machen“. Dass das bei Weitem nicht immer einfach ist, davon erzählen diese Frauen (und ein Mann) in unserer Titelgeschichte.
Es geht in dieser Ausgabe jedoch nicht nur um die schönen Seiten des Frau*-Seins, sondern auch um die Hindernisse, Vorurteile und Hürden, denen wir immer wieder begegnen – im Alltag und nicht zuletzt im Berufsleben. Dass Frauen und Männer bis heute für gleiche Arbeit nicht gleich bezahlt werden, ist eine Ungerechtigkeit, die wir nicht akzeptieren können. Anlässlich des Equal Pay Days am 17. April gilt es einmal mehr, aufzurütteln und auf diesen Missstand und all seine Folgen – Stichwort Altersarmut – aufmerksam zu machen.

Wir wünschen Ihnen eine gute Lektüre, Maria Pichler - Chefredakteurin