Catcallington

Die Kunst des Scheiterns – Wenn „Komplimente“ zu Comedy werden

// Kathinka Enderle //
Herzlich willkommen in der heutigen Show, in der Kreativität und Charme oft auf der Strecke bleiben und plumpe Versuche, Frauen zu beeindrucken, die Regel sind. Lassen Sie uns gemeinsam in die bizarre Welt von „Catcallington“ eintauchen, wo Worte oft lauter schreien als Taten. Und vergessen Sie nicht: Der Sicherheitsgurt hilft, sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen.
© Michelle Ding - unsplash
Vom kühnen Ritter der Nacht, zum einsamen Wanderer und den Straßencasanovas
Es war ein lauwarmer Abend, als ich die Straße auf dem nach Hause weg entlang spazierte, bereits heruntergefallene Blätter unter meinen Füßen raschelten und das Licht der Sonne am Horizont so langsam erlosch. Dieser Abend hatte eine besondere Note, doch meine innerliche Ruhe wurde schnell durch ein Konzert von Autohupen und wildem Gebrüll aus dem Autofenster durchbrochen.
„Ehi Bella! Come stai?“, schrie einer der kühnen Ritter der Nacht. Diese Geste rührte mich zutiefst, wobei es mich auch besorgte, dass meine Erscheinung nicht ausreichend gewürdigt werden könnte. Schließlich hatte ich gerade unbewusst die Straße in meinen persönlichen Laufsteg verwandelt und wollte allen unabsichtlich meinen Model Walk zeigen, oder etwa nicht?
Doch mein Abend wurde noch besser! Ein einsamer Wanderer auf der Straße, der die Melodie des Pfeifens beherrschte und sie einsetzte, begegnete mir, als ich an ihm vorbeiging und sprach mich sogar mit „Puppe“ an. Sofort schau ich auf den Kalender. Oh, wir schreiben das Jahr 2023 … bei dem Wort „Puppe“ fühlte ich mich automatisch in einem Film des 20. Jahrhunderts. Aber nein, ich bin immer noch in meinem Wohnort, hier, in der Realität. (Wobei, möglicherweise wechselte ich noch immer unbewusst das Universum und befinde mich mittlerweile in der Stadt „Catcallington“? Ich weiß es nicht.) Sollte ich vielleicht doch „Danke, mein Herzblatt“ antworten, nur um die Nostalgie des letzten Jahrhunderts aufrechtzuerhalten?
Und dann? Erneut. Eine Gruppe betrunkener Casanovas vor der Bar in der Nähe meines Zuhauses, die mich mit ihren Blicken beinahe ausziehen und über ihre schmeichelhaften Anmachsprüche lachen. Ich bin kurz davor, eine Pirouette einzulegen, einfach nur um mein wunderbares Antlitz zu zeigen! Was ich anhatte? Eine Jeans, Sneakers, eine hochgeschnittene weiße Bluse mit langen Ärmeln. Sicher war‘s das! Nach näherem Überlegen fiel mir ein, dass ich doch einfach nur nach Hause wollte – also ging ich weiter.
Eine Frage hallte jedoch nach: Wer braucht schon Respekt, wenn man stattdessen einen Blick besitzt, der wie ein Laserstrahl aus einem Sci-Fi-Film auf sein Ziel schießt?
Ironie off, Klartext on
Genug Ironie, sprechen wir Klartext. Liebe Herren des Catcalling und all diejenigen, die denken, sie könnten mit blöden Anmachsprüchen bei Frauen landen: Könnt ihr bitte aufhören? Klar, ich verstehe euch, wir Frauen sind wunderbar, aber es gibt eine Sache namens Respekt und persönliche Sicherheit, die uns wirklich wichtig ist. Ich fragte mich oft, ob man(n) sich erwartet, dass wir Frauen freudig auf und ab springen und schreien: „Lass uns heiraten!“, nur weil jemand aus dem Auto ruft. Spoiler: Das passiert nicht. Oder geht es um Macht? Um das Ausüben von Kontrolle? Jemanden zu demütigen? So oder so - uncool.
Also, meine lieben Männer da draußen, und ich weiß, dass es euch gibt: Wenn ihr wirklich Frauen ein Lächeln ins Gesicht zaubern wollt, versucht es mit einem freundlichen „Hallo“. Aber vor allem - respektiert Grenzen. Denn während andere darüber lachen, bleibt bei uns Frauen ein Gefühl bestehen, nämlich das der Unsicherheit.

Ich hoffe darauf, dass es irgendwann dazu kommt, dass der Heimweg für keine Frau mehr zum riskanten Abenteuer wird, sondern ein Moment der Sicherheit sein darf. Bis dahin, liebe Catcaller, könnt ihr gerne an eurem Kunstwerk feilen – aber vielleicht in einem Paralleluniversum, in dem Ironie die Hauptrolle spielt.

Chicche di cultura

Carriera e famiglia

// Linda Albanese //
Ill. Niklas Elmehed © Nobel Prize Outreach 
Il libro della vincitrice del Nobel per l’economia 2023
Il Premio Nobel per l’economia 2023 è stato assegnato a Claudia Goldin, terza donna a vincere il Nobel per l’economia, per i suoi studi sulla disparità di genere nel mercato del lavoro. L’economista americana, 77 anni, insegna Economia a Harvard dove è anche condirettrice del gruppo “Gender in Economics”. Tra i suoi temi di ricerca ci sono la forza lavoro femminile, il divario di genere nei guadagni, la disuguaglianza di reddito, il cambiamento tecnologico, l'istruzione e l'immigrazione. Nel suo ultimo libro, “Carriera e famiglia: Il viaggio secolare delle donne verso l'uguaglianza” di Princeton University Press, pubblicato nel 2021, ha coniato il concetto di “lavoro avido” per dimostrare perché le donne guadagnano meno. Per “lavoro avido” si intende un tipo di lavoro strettamente legato che paga di più chi lavora per più ore o in determinate fasce orarie, come il fine settimana, e prevede che il dipendente sia sempre disponibile. In questo contesto le donne, che si fanno carico della cura dei figli più spesso dei compagni, hanno meno tempo da investire nel lavoro e quindi guadagnano di meno. “Comprendere il ruolo delle donne nel mercato del lavoro – ha dichiarato Jakob Svensson, presidente del Comitato per il Premio in Scienze Economiche – è importante per la società e grazie alla ricerca innovativa di Claudia Goldin, ora sappiamo molto di più sui fattori sottostanti e sulle barriere che potrebbero essere affrontate in futuro”.