Around the World
Weibliche Genitalverstümmelung: Kippt das Verbot in Gambia?
// Hannah Lechner //

© Nichol Brummer - Flickr, CC BY 2.0
Weibliche Genitalverstümmelung wird von der WHO als internationale Menschenrechtsverletzung anerkannt und ist im westafrikanischen Staat Gambia seit 2015 gesetzlich verboten. Aktuell diskutiert das Parlament allerdings darüber, dieses Gesetz zurückzunehmen. Dabei wird von den Gegner*innen des Gesetzes behauptet, es hindere die mehrheitlich muslimische Bevölkerung an der freien Ausübung ihrer Religion und Kultur, in der die sogenannte ‚Beschneidung‘ eine wichtige und über Generationen fortbestehende Praxis darstellen würde. Politiker*innen und Aktivist*innen, die für die Beibehaltung des Gesetzes kämpfen, weisen darauf hin, dass die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung im Koran weder ihre Wurzeln noch sonst irgendeine Grundlage habe. Aufgrund des schweren körperlichen und psychischen Leidens, das sie mit sich bringt, dürfe sie auf keinen Fall wieder legalisiert werden, die Rücknahme des Verbotsgesetzes wäre ein fataler Rückschritt in die Vergangenheit. Bei der großen Wichtigkeit und Symbolwirkung, die ein gesetzliches Verbot – und demnach auch eine Aufhebung eines solchen – hat, weisen Organisationen wie beispielsweile UNICEF zudem aber darauf hin, dass Gesetze allein nicht ausreichen, um die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung zu stoppen. Deswegen setzt UNICEF etwa auf die Zusammenarbeit mit Kinder- und Jugendorganisationen, um jene Generation aufzuklären, die als zukünftige Eltern darüber entscheiden wird, ob ihre Kinder verstümmelt werden oder nicht.